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Im Jahr 2008 verbrachte ich nach dem Abitur ein Jahr als Missionar in der Familienlandwirtschaftsschule „CEFFA Manoel Monteiro“ bei Bacabal. Die Schule war erst zwei Jahre alt und im Aufbau, und ich erlebte, wie die erste Gruppe junger Erwachsener ihren Schulabschluss und die der landwirtschaftlichen Ausbildung trotz einfacher Unterbringung und herausforderndem Schulstoff erfolgreich abschloss.
Anfang Oktober diesen Jahres reiste ich mit meinem Sohn Elias (8 Jahre) nach Brasilien. Nach 17 Jahren stellte ich fest, dass sich viel verändert hat. Die Schule hat heute eine vielfältige Landwirtschaft mit Rindern, Pferden, Schweinen, Schafen und Hühnern. Obstbäume und Felder tragen zum Essen bei, und ein Heilkräutergarten wurde angelegt. Die Lebens- und Lernbedingungen haben sich verbessert: Schülerinnen und Schüler schlafen nicht mehr in staubigen Lehmhütten, sondern in Schlafsälen, die Klassenzimmer sind klimatisiert, und es gibt eine gut ausgestattete Bibliothek, Laptops und Internet.
Die Begeisterung, der Ehrgeiz und das Engagement beim Lernen und Lehren bleiben bestehen. Berührend sind zudem die Gemeinschaft und Verbundenheit, die während der Schulzeit entstehen.
Die Fragen nach fast 20 Jahren Schulprojekt: Wie verändert diese Schule das Leben der Absolventen und der Region? Was passiert mit Armut, Landflucht, Umweltzerstörung und sozialer Ungerechtigkeit?
Eine differenzierte Antwort ist nach einem kurzen Besuch schwierig, aber es gibt ermutigende Zeichen: Die Bildungschancen der Absolventen sind hervorragend, viele konnten ein Studium abschließen. Ehemalige Schüler wie Bruno, ein promovierter Agrarwirt, sind als Lehrer zurückgekehrt, und ein anderer ist Professor an der weltbekannten Universität von São Paulo. Zudem kehren viele Schüler nach ihrem Studium oder ihrer Ausbildung im wohlhabenden Süden Brasiliens zurück in ihre Heimat. Das macht sich auch am gestiegenen Wohlstand in den Dörfern bemerkbar.
Obwohl die absolute Armut abgenommen hat, bleibt die soziale Ungleichheit bestehen. Bildungsaufstieg ist zwar für die Landbevölkerung möglich, doch Großgrundbesitzer bleiben unter sich. In der CEFFA Manoel Monteiro werden seit fast 20 Jahren nachhaltige Anbaumethoden gelehrt, während benachbarte Bauern weiterhin brandroden. Wie in Belem trifft sich die Welt zum jährlichen Klimagipfel. Doch ein Blick aus dem Flugzeug zeigt, wie die Agrarindustrie Land und Natur unaufhaltsam auffrisst Es bleibt noch viel zu tun!
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