cursos - palestras - consultas
Frohe Weihnachten
und ein
Gesegnetes Neues Jahr
Ich lobe dich, mein Herr,
mit unserer Schwester, Mutter Erde,
die uns mit vielerlei Früchten, Kräutern
und farbenprächtigen Blumen erhält,
die uns zu leben lernt,
wenn wir auf sie hören.

Bild von Frei Zacarias ofm, São Luis Brasilien
Aus Franziskanermission, Sonnengesang, Heft 2, 2022
2. Advent 7. Dezember 2025
Liebe Verwandte und Freundinnen und Freunde!
Im Frühjahr 1225, vor 800 Jahren besang Franziskus von Assisi im Sonnengesang die Schöpfung, ein Lobgesang. “Weil er wusste: Gott ist mittendrin – im Glanz der Sonne und im Schatten der Nacht, in Freude und Schmerz, im Leben und im Tod. Vielleicht ist es genau das, was wir heute brauchen. Die Welt ächzt. Klimakrise, Kriege, Ungerechtigkeit. Wir könnten verzweifeln. Franziskus aber lädt uns ein, die Dinge anders zu sehen: die Erde nicht als Besitz, sondern als Schwester. Die Schöpfung nicht als Ressource, sondern als unser gemeinsames Haus. Wir sind Gäste – und zugleich Hüter.“ (Markus Fuhrmann ofm in https://franziskaner.de/was-waere-wenn-wir-neu-lernen-staunend-zu-leben).
Provinzkapitel Im Januar fand in Bacabal unser Provinzkapitel statt. Der amtierende Provinzial Frei Antonio Pachêco Ramos wurde nach 6 Jahren noch einmal für drei Jahre wiedergewählt. Im Februar hat sich dann auch unsere Hausgemeinschaft geändert. Unser Pfarrer Frei Heleno wurde in gleicher Funktion nach São Luis versetzt, Frei Marcos nach Bacabal. Frei Heribert und ich sind in Teresina geblieben - wobei ich nochmals für drei Jahre den Dienst des Hausoberen übernahm. Neu hinzu kamen Frei Gilberto als Pfarrer und Frei Jaredi als Pfarrvikar und mein Stellverstreter. Heimaturlaub Am Donnerstag nach Ostern traf ich bei der Familie meines Neffen Johannes Finkam in Köln ein. Es war das erste Mal, dass ich bei der jüngeren Generation untergekommen bin, mit Ehefrau Katharina und den Kindern Greta, Frieda und Fritz. Es waren ein paar lebendige Tage, die dann am Weißen Sonntag mit der Erstkommunion von Marta, der jüngsten Tochter meiner Nichte Silja Finkam und Yusuf Günes bei strahlendem Sonnenschein ihren Abschluss fanden.
Férias na Alemanha Am Donnerstag nach Ostern traf ich bei der Familie meines Neffen Johannes Finkam in Köln ein. Es war das erste Mal, dass ich bei der jüngeren Generation untergekommen bin, mit Ehefrau Katharina und den Kindern Greta, Frieda und Fritz. Es waren ein paar lebendige Tage, die dann am Weißen Sonntag mit der Erstkommunion von Marta, der jüngsten Tochter meiner Nichte Silja Finkam und Yusuf Günes bei strahlendem Sonnenschein ihren Abschluss fanden.

Anfang Mai habe ich mit Frei Augustinus Diekmann einige Besuche gemacht. Mit dabei waren auch zwei junge Mitbrüder aus Vietnam, die einige Monate in Dortmund waren, um Deutsch zu lernen.
Am Samstag, den 3. Mai besuchten wir die Franziskanerinnen aus Olpe. Zehn Schwestern feierten hier gemeinsam ihre Ordensjubiläen, 60, 65 und 70 Jahre. Welch ein Reichtum an spiritueller Erfahrung. Seit vielen Jahren kenne ich Schwester Lidu aus ihrer Arbeit in der Diözese Bacabal, sowie ihre Mitschwestern Marta und Thabita, die allerdings wegen ihrer Erkrankung nicht mitfeiern
Während des Urlaubs besuchte ich auch weitere Familienangehörige, Freunde, die seit Jahren meine Arbeit in Brasilien unterstützen, so kam ich in das wunderschöne Allgäu, den Schwarzwald, an den Chiemsee und nach Norddeutschland.
Am Sonntag, den 4. Mai besuchten wir die Partnergemeinde St. Franziskus in Witten, die seit Jahren unsere Schule CONASA in Bacabal unterstützt. Br. Augustinus hielt mit mir eine Dialogpredigt. Wir zeigten auf, wie wichtig eine gute Schulbildung für die Lebensperspektiven besonders für Kinder und Jugendlichen aus ärmeren Familien ist.

Es sind gut 500 Kinder und Jugendliche in acht Kindergartengruppen und 14 Grundschulklassen. Die Schule erfreut sich in Kirche und Gesellschaft von Bacabal hoher Anerkennung.
Der Kinderarzt Dr. Lukas Konrad berichtet
Im Jahr 2008 verbrachte ich nach dem Abitur ein Jahr als Missionar in der Familienlandwirtschaftsschule „Manoel Monteiro“ bei Bacabal. Die Schule war erst zwei Jahre alt und im Aufbau, und ich erlebte, wie die erste Gruppe junger Erwachsener ihren Schulabschluss und die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgreich abschloss, trotz einfacher Unterbringung und herausforderndem Schulstoff.
Anfang Oktober dieses Jahres reiste ich mit meinem Sohn Elias (8 Jahre) nach Brasilien. Nach 17 Jahren stellte ich fest, dass sich viel verändert hat. Die Schule hat heute eine vielfältige Landwirtschaft mit Rindern, Pferden, Schweinen, Schafen und Hühnern. Obstbäume und Felder tragen zum Essen bei, und ein Heilkräutergarten wurde angelegt. Die Lebens- und Lernbedingungen haben sich verbessert: Schülerinnen und Schüler schlafen nicht mehr in staubigen Lehmhütten, sondern in Schlafsälen, die Klassenzimmer sind klimatisiert, und es gibt eine gut ausgestattete Bibliothek, Laptops und Internet.
Die Begeisterung, der Ehrgeiz und das Engagement beim Lernen und Lehren bleiben bestehen. Berührend sind zudem die Gemeinschaft und Verbundenheit, die während der Schulzeit entstehen.
Die Fragen nach fast 20 Jahren Schulprojekt: Wie verändert diese Schule das Leben der Absolventen und der Region? Was passiert mit Armut, Landflucht, Umweltzerstörung und sozialer Ungerechtigkeit? Eine differenzierte Antwort ist nach einem kurzen Besuch schwierig, aber es gibt ermutigende Zeichen: Die Bildungschancen der Absolventen sind hervorragend, viele konnten ein Studium abschließen. Ehemalige Schüler wie Bruno, ein promovierter Agrarwirt, sind als Lehrer zurückgekehrt, und ein anderer ist Professor an der weltbekannten Universität von São Paulo. Zudem kehren viele Schüler nach ihrem Studium oder ihrer Ausbildung im wohlhabenden Süden Brasiliens in ihre Heimat zurück. Das bemerkt man auch am gestiegenen Wohlstand in den Dörfern.
Obwohl die absolute Armut abgenommen hat, bleibt die soziale Ungleichheit bestehen. Bildungsaufstieg ist zwar für die Landbevölkerung möglich, doch die Großgrundbesitzer bleiben unter sich. In der Familienlandwirtschaftsschule Manoel Monteiro werden seit fast 20 Jahren nachhaltige Anbaumethoden gelehrt, aber oft betreiben die benachbarten Bauern weiterhin die Brandrodung. Wie in Belém trifft sich die Welt zum jährlichen Klimagipfel. Doch ein Blick aus dem Flugzeug zeigt, wie die Agrarindustrie Land und Natur unaufhaltsam auffrisst. Es bleibt noch viel zu tun!
Einen herzlichen Weihnachtsgruß aus Kassel. Lukas Konrad.
Der Kinderarzt Dr. Lukas Konrad berichtet
Im Jahr 2008 verbrachte ich nach dem Abitur ein Jahr als Missionar in der Familienlandwirtschaftsschule „Manoel Monteiro“ bei Bacabal. Die Schule war erst zwei Jahre alt und im Aufbau, und ich erlebte, wie die erste Gruppe junger Erwachsener ihren Schulabschluss und die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgreich abschloss, trotz einfacher Unterbringung und herausforderndem Schulstoff.
Anfang Oktober dieses Jahres reiste ich mit meinem Sohn Elias (8 Jahre) nach Brasilien. Nach 17 Jahren stellte ich fest, dass sich viel verändert hat. Die Schule hat heute eine vielfältige Landwirtschaft mit Rindern, Pferden, Schweinen, Schafen und Hühnern. Obstbäume und Felder tragen zum Essen bei, und ein Heilkräutergarten wurde angelegt. Die Lebens- und Lernbedingungen haben sich verbessert: Schülerinnen und Schüler schlafen nicht mehr in staubigen Lehmhütten, sondern in Schlafsälen, die Klassenzimmer sind klimatisiert, und es gibt eine gut ausgestattete Bibliothek, Laptops und Internet.
Die Begeisterung, der Ehrgeiz und das Engagement beim Lernen und Lehren bleiben bestehen. Berührend sind zudem die Gemeinschaft und Verbundenheit, die während der Schulzeit entstehen.
Die Fragen nach fast 20 Jahren Schulprojekt: Wie verändert diese Schule das Leben der Absolventen und der Region? Was passiert mit Armut, Landflucht, Umweltzerstörung und sozialer Ungerechtigkeit? Eine differenzierte Antwort ist nach einem kurzen Besuch schwierig, aber es gibt ermutigende Zeichen: Die Bildungschancen der Absolventen sind hervorragend, viele konnten ein Studium abschließen. Ehemalige Schüler wie Bruno, ein promovierter Agrarwirt, sind als Lehrer zurückgekehrt, und ein anderer ist Professor an der weltbekannten Universität von São Paulo. Zudem kehren viele Schüler nach ihrem Studium oder ihrer Ausbildung im wohlhabenden Süden Brasiliens in ihre Heimat zurück. Das bemerkt man auch am gestiegenen Wohlstand in den Dörfern.
Obwohl die absolute Armut abgenommen hat, bleibt die soziale Ungleichheit bestehen. Bildungsaufstieg ist zwar für die Landbevölkerung möglich, doch die Großgrundbesitzer bleiben unter sich. In der Familienlandwirtschaftsschule Manoel Monteiro werden seit fast 20 Jahren nachhaltige Anbaumethoden gelehrt, aber oft betreiben die benachbarten Bauern weiterhin die Brandrodung. Wie in Belém trifft sich die Welt zum jährlichen Klimagipfel. Doch ein Blick aus dem Flugzeug zeigt, wie die Agrarindustrie Land und Natur unaufhaltsam auffrisst. Es bleibt noch viel zu tun!
Einen herzlichen Weihnachtsgruß aus Kassel. Lukas Konrad.

In diesem Jahr hat ACESA in Zusammenarbeit mit den Familien aus 30 Dörfern in 12 Landkreisen der Region Bacabal mehrere Initiativen entwickelt. Agroforstsysteme bieten Frauen die Möglichkeit, eine produktive Vielfalt zu fördern. Durch den Anbau von Nutzgärten können sie nicht nur ihre Ernährung sichern, sondern auch Einkommen generieren und nachhaltig zur Umwelt beitragen. Es wurden insgesamt 39 solcher Gärten geschaffen, um Erfahrungen mit Gemüsegärten, Hühnerhaltung, Bienenzucht und Obstplantagen zu sammeln. Ziel ist es, Frauen in der Herstellung gesunder Lebensmittel für ihre Familien und Gemeinden zu unterstützen. Es ist die gelebte Agrarökologie und die Weiterbildung, welche den Menschen ein besseres und widerstandsfähigeres Leben ermöglichen. Eine Frohe Weihnacht und ein Gutes Neues Jahr Raimundo Alves, Leiter der ACESA